Hyperventilation

Eine Steigerung der Atemtätigkeit durch beschleunigtes Atmen oder vertieftes Atmen kann ganz natürliche Ursachen haben, z.B. körperliche Anstrengung oder Fieber.

Die (meistens psychogene, d.h. seelisch bedingte) Hyperventilation äussert sich demgegenüber dramatischer und geht weit über den Stoffwechselbedarf hinaus (man spricht dann korrekterweise von Hyperventilationssyndrom oder Hyperventilationstetanie).
Was dabei im Körper abläuft, ist eine komplexe Kettenreaktion. Durch die übermässige Atemtätigkeit wird vermehrt Kohlendioxid abgeatmet, was zu einem Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt der Arterien führt (Erhöhung des pH-Werts). Dieses Ungleichgewicht zieht seinerseits eine verstärkte Bindung von freiem Kalzium nach sich. Der Kalziummangel verursacht schliesslich die typischen Krampf-/Tetanie-Erscheinungen.
Das Hyperventilationssyndrom kann oft nur in seinem Anfangsstadium vom Patienten selber durchbrochen werden; meist ist Hilfe von aussen nötig. Die Rückatmung bezweckt dabei die Erhöhung des Kohlendioxid-Anteils im Blut und damit eine Normalisierung der Atmung.

 

 
 

  Anzeichen

  • Erregungszustand, Angst
  • tiefes und schnelles Atmen
  • Atemnot, Erstickungsgefühl
  • Kribbeln (‘Ameisenlaufen’) an Händen und Füssen
  • ‘Pfötchenstellung’ der Hände 
  • Blässe, Schwitzen
  • Puls erhöht
  • Blutdruck normal oder erhöht
  • Schwind

Abhilfe

  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper
  • Beruhigung, Zuspruch, Gespräch
  • Aufforderung zum ruhigen, langsamen Atmen
  • Rückatmung mit einem Plastikbeutel, der über Mund und Nase gestülpt wird
  • (Vorsicht: Gefahr durch Sauerstoffmangel!)  

 

 
 

Ursachen

  • Stress-Situationen (positiver und negativer Art)
  • Angst
  • Konflikte
  • seelische Verspannungen